Genus ….

… die Sache mit dem grammatikalischen Geschlecht

…ist mir während des Schreibens meiner Texte zunehmend ein Problem geworden.

Selbstverständlich liegt mir daran, daß sich Frauen wie Männer gleichermaßen von meinen Texten angesprochen fühlen. Allerdings, mein Bemühen durchgehend die weibliche UND die männliche Form des grammatikalischen Genus zu verwenden, führte immer wieder zu einem schlecht lesbaren (Schreib)Stil.

Ich begann dann damit, nur noch die weibliche Form des Genus zu verwenden. Ein Unterfangen, während dem ich seltsamerweise zunehmend den Eindruck hatte,  meiner Identität verlustig zu gehen. – Was erneut in ein unangenehmes (Schreib)Gefühl mündete. – So entschloß ich mich nur noch die männliche Form der Rede zu verwenden.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen und zum Mann geworden, in der ich über Jahrzehnte feministische „Gegenwehr gegenüber männlicher Dominanz“ miterlebt habe. Den feministischen Kampf um Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft haben mich als Mann nachhaltig geprägt. Ich bin für Gleichberechtigung im Verhältnis der Geschlechter. Gleichwohl bin ich nicht zu der Überzeugung gelangt, daß es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt.  Es gibt Unterschiede im Denken, Fühlen und Handeln meiner Erfahrung nach sehr wohl. –

Ich meine, wir tun gut daran, Unterschiede im Erleben und Verhalten gegenseitig zu respektieren und die Begegnung der Geschlechter auf dieser Basis weiter zu kultivieren. – Zum Vorteil eines Miteinander auf Augenhöhe.

Gleichberechtigung  zwischen Frauen und Männern macht meines Erachtens maximal Sinn in würdigender Anerkennung der Unterschiede. Dies gilt im Übrigen für alle Menschen in dieser unserer Welt. Es kann nicht darum gehen, die Geschlechter „Gleichzumachen“ um Machtmißbrauch und Gewalt zu überwinden.

Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, persönliche und staatliche Machtausübung müssen in Anerkennung des Unterschiedes der Geschlechter, weiter noch, in Anerkennung der Unterschiede zwischen den Menschen allgemein, möglich sein und gelingen. Ich bitte meine Leserinnen und meine Leser sich diesen Hintergrund meines Denkens und Schreibens mit zu vergegenwärtigen.